Die GVG und die Wärmegesellschaft Wesseling bringen Wärme vom Acker direkt in die Häuser.
AM RAND VON WESSELING wächst Mais. Was viele nicht wissen: Aus dem Mais entsteht jetzt auch Wärme für 165 Haushalte im Neubaugebiet Eichholzer Acker. Wie das geht? In der Biogasanlage von Agrarenergie Bernartz (AEB) dient Maissilage als energiereicher Rohstoff: Mikroorganismen erzeugen daraus Biogas. Dieses Biogas wird in Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt. Die Wärmegesellschaft Wesseling bindet diese technische Anlage an das Nahwärmenetz an. Was bislang schon das Schloss Eichholz mit Wärme versorgt, heizt bald Wohnungen und Häuser. „Wir nutzen überschüssige Wärme aus regionaler Produktion und bringen sie dorthin, wo sie gebraucht wird“, sagt Sebastian Kuhl, Geschäftsführer der Wärmegesellschaft Wesseling.
Erhöhte Versorgungssicherheit
Dafür wurden Fernwärmeleitungen vom Schloss Eichholz bis zur Energiezentrale des Wohngebiets verlängert. Durch sie fließt heißes Wasser zur Zentrale. Dort überträgt ein Wärmetauscher die Energie auf das vorhandene Nahwärmenetz. Anschließend gelangt sie wie gewohnt zu den Gebäuden. Im Sommer kann die Wärme der Biogasanlage voraussichtlich den gesamten Bedarf des Quartiers decken. Dann muss die Wärmegesellschaft weniger fossiles Gas einsetzen. Im Winter ergänzt die neue Quelle die bestehenden Anlagen. „Mit diesem Anschluss erhöhen wir die Versorgungssicherheit und schaffen zusätzliche Reserven“, erklärt Kuhl.
So geht Dekarbonisierung
Das Projekt stärkt die Region: Die Energie entsteht vor Ort, kurze Wege vermeiden Verluste, die Wertschöpfung bleibt in der Umgebung. Zudem hilft die Kooperation, die Wärmeversorgung technisch zu optimieren. „Die Menschen erhalten künftig mehr Wärme, die bisher ungenutzt in die Atmosphäre gelangt“, betont Kuhl. Ein wichtiger Baustein der Wärmewende: nah, effizient und anschaulich. Kurz gesagt: Die Natur heizt das Quartier nebenan.
Zum Unternehmen Wärmegesellschaft Wesseling mbH:
Die Wärmegesellschaft Wesseling mbH (WGW) ist eine Kooperationsgesellschaft der GVG Rhein-Erft und der Stadtwerke Wesseling GmbH (SWW). Gemeinsam entwickeln und betreiben wir Versorgungslösungen für Wesseling. Dabei kommen unterschiedliche technische Konzepte zum Einsatz, darunter Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit Grundwasser als Wärmequelle sowie die Wärmeversorgung über ein Biogas-Blockheizkraftwerk und Nahwärmenetz.
Zum Unternehmen GVG Rhein-Erft:
Die GVG Rhein-Erft GmbH mit Sitz in Hürth-Hermülheim ist ein kommunal verankertes Unternehmen und der regionale Energieversorger für den Rhein-Erft-Kreis sowie die nördlichen, westlichen und südlichen Stadtgebiete von Köln. Das Unternehmen wurde 1956 gegründet und beschäftigt heute rund 120 Mitarbeitende. Über ein Erdgasnetz von ca. 1.850 km Länge liefert die GVG Rhein-Erft jährlich ca. 1 Milliarde kWh Erdgas für ca. 80.000 Kunden in den Rhein-Erft-Kreis und nach Köln. Unter der Marke „erftpower“ liefert die GVG auch Strom, ausschließlich aus Wasserkraft. Faire Preise sowie ein umfassender, persönlicher Service stehen dabei im Mittelpunkt. Die GVG Rhein-Erft engagiert sich konsequent für den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung und die Erhöhung der Energieeffizienz, um so einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele zu leisten.
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